Startseite Dino's Seiten Neues Entlebucher-Fotos Unvergessen Rasse-Infos Entlebucher-Forum Kontakt
Über Berti Nachkommen Im Doppelpack Entlebucher-Familien Entlebucher-Porträts Entle-Special Links Gästebuch

 zurück                                  Der Kreuzbandriss

Die Stabilität der Kniegelenke wird innen durch die Kreuzbänder und seitlich durch die Lateralbänder aufrechterhalten, die Menisken fangen Stöße wie Puffer in den Gelenken ab.

Zu Rissen der Kreuzbänder kann es durch Unfälle beim Spielen, Rennen oder Springen  wie durch Hängen bleiben des Hinterbeines oder durch Abrutschen in ein Loch  kommen. Der Hund schreit dann oft plötzlich vor Schmerz auf und kann das betroffene Bein nicht mehr aufsetzen. Es kommt aber auch vor, dass ein Kreuzband ohne erkennbaren äußeren Einfluss reißt. Ursache sind degenerative Veränderungen. Es kommt zu einer Bänderschwäche mit Teilanrissen. Bis zum vollständigen Riss des Kreuzbandes kann es eine ganze Weile dauern. Letzteres kommt oft bei älteren Hunden (beim Entlebucher um das 7. Lebensjahr) vor. Während es sich beim Unfallgeschehen um eine akute Verletzung handelt, ist der Kreuzbandriss ohne erkennbare Ursache ein eher schleichender Prozess, der von wiedererkehrenden Lahmheiten gekennzeichnet ist. Die Diagnose ist daher nicht immer einfach und der Kreuzbandriss wird oft erst dann erkannt, wenn ein nahezu vollständiger Riss mit  Instabilität des Knies vorliegt.

  Symptome:

Der Hund lahmt und schont das Bein bei leicht gebeugtem Kniegelenk.  Typisch ist, dass die Pfote im Stand nur auf den Zehenspitzen aufgesetzt wird, der Hund auf drei Beinen läuft . Beim Strecken des betroffenen Beines hat der Hund Schmerzen. Der Tierarzt kann eine erhöhte Verschieblichkeit zwischen den Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel im Kniegelenk feststellen. Dies Gelenkinstabilität wird auch als "Schubladen-Phänomen" bezeichnet. Eine Röntgenuntersuchung ist aber unerlässlich.

Ein gerissenes Kreuzband wächst nicht wieder zusammen. Ohne chirurgische Behandlung kommt es zu schwerwiegenden Veränderungen an den beteiligten Gelenkstrukturen (Arthrosen, Meniskusschädigungen).

Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie Schonung können einen Kreuzbandriss nicht heilen!!!!!

Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser!

 

     
Die drei häufigsten Techniken zur Korrektur von Kreuzbandrissen beim Hund:

* Ott-Methode (over-the-top) = Transplantation von körpereigenem Bindegewebe als Kreuzbänderersatz. Dabei wird das Kniegelenk eröffnet, die Bandreste durch gezieltes Herausschneiden entfernt und der Zustand der Menisken kontrolliert (falls notwendig teil entfernt) sowie Arthrosen abgetragen.

* Extrakapsuläre Fixation = Zur Stabilisierung des Kniegelenks werden  Kunststofffäden als Bandersatz außerhalb des Gelenkkapselbereichs eingesetzt.

* TLPO-Methode (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) = Aus der Erkenntnis, dass für die Veranlagung zum Kreuzbandriss eine steil stehende Gelenkfläche des Unterschenkels ursächlich ist, besteht diese Behandlungsart in der Korrektur dieser Stellung. Anhand von Röntgenbildern wird die Differenz zwischen dem optimalen und Fehlwinkel sowie der Korrekturwinkel im Gelenk errechnet. Zur Korrektur die Gelenkfläche vom Unterschenkel mit einer speziellen Säge abgetrennt und um den errechneten Korrekturwinkel in den biomechanisch optimalen Winkel gedreht. Dann wird die Gelenkfläche wie zur Behandlung eines Knochenbruches durch eine Plattenosteosynthese wieder am Unterschenkel befestigt. Dieses Implantat wird in der Regel später in einer erneuten OP wieder entfernt.
Diese Methode ist ein aus den USA stammendes patentiertes Verfahren (Slocum) und darf nur von entsprechend zertifizierten Tierkliniken durchgeführt werden.

 

 

 

 

Nach der Operation sollte der Hund für einige Wochen geschont werden. Eine zu frühe Belastung kann zu erneuter Instabilität des Gelenk mit entzündlichen Reaktionen führen. Physio - therapeutische Maßnahmen sind ratsam.

Nach etwa 8 Wochen sollte nur noch eine geringfügige Lahmheit bestehen. Manche Hunde behalten eine etwas veränderte Gangart.

Leider reißt bei vielen Hunden (etwa 40 %) auch das vordere Kreuzband des anderen Beines in einem Zeitraum von cira zwei Jahren nach der ersten Operation.

 

Unsere beiden Entlebucher hatten beide Kreuzbandrisse. Berti an beiden Kniegelenken, Dino bislang nur an einem Gelenk. Sie wurden in der Tierklinik Duisburg-Kaiserberg nach der Ott - Methode operiert. Bei beiden sind die OPs gut verlaufen - ihre Beweglichkeit ist wieder voll hergestellt.

Berti nach der Operation - es sah schon heftig aus ...

Alle 3 Tage musste er zur Wundkontrolle und Verbandswechsel zum Tierarzt. Nach 10 Tagen wurden die Fäden gezogen.

Die verordnete Schonung war schwierig - Berti fühlte sich bereits zwei Tage nach der OP in seinem Bewegungsdrang lediglich noch durch den Verband geringfügig behindert ....

Bis die Haare nachgewachsen waren, hat es über ein halbes Jahr gedauert.